07. Mai 2020 / Streaming
HIER = JETZT 2020
Cintia Rangel
A Carne mais barata do Mercado

schwere reiter tanz

In Brasilien wird alle 23 Minuten ein junger schwarzer Mann ermordet, aber dies ist kein exklusives „Privileg“ Brasiliens. Der Völkermord an der schwarzen Bevölkerung ist ein reales und weltweites Problem, das sich von den Zeiten der Sklaverei bis in die heutigen Zeiten erstreckt und von strukturellem Rassismus unterstützt wird. Das Konzept dieser künstlerischen Forschung ist inspiriert von Seu Jorges Musik, in der der Komponist feststellt, dass „das billigste Fleisch auf dem Markt schwarzes Fleisch ist, das kostenlos tief in den Beutel geht“. In dieser Forschung fungiert Kunststoff als Vermittler und szenisches Element, das manchmal schwarz ist, wie es zum Transport von Körpern verwendet wird, und manchmal in Form einer Luftpolsterfolie erscheint, die beim Platzen der Blasen die Erinnerungen an die täglichen Schießereien in den Favelas von Rio de Janeiro weckt, der Stadt, in der ich lebte. Beabsichtigt die Forschung schließlich zu verstehen, wie der schwarze Körper lebt und wie diese Realität nachhallt? Wie können die durch alltägliche Unterdrückung verursachten Wunden transportiert und in Bewegung umgesetzt werden? Wie kann man Tanz zu einem ästhetischen/politischen Akt machen? Mehr als die Beantwortung dieser Frage ist das Ziel dieser Arbeit, diese Frage einzubringen.



HIER = JETZT
Die Plattform für zeitgenössischen Tanz HIER=JETZT wurde 2016 von den Tanztendenz-Mitgliedern Johanna Richter und Birgitta Trommler ins Leben gerufen und in Koproduktion mit Tanztendenz München e.V. realisiert. Hier erprobten zeitgenössische Choreograf*innen erste Stückansätze und setzten ihre Konzepte in Arbeitsskizzen, Kurzchoreografien, Ausschnitte aus Produktionen und work in progress künstlerisch um. HIER = JETZT 2020 war Ende April/Anfang Mai an zwei Wochenenden im schwere reiter geplant und musste als Live-Event auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Unter professionellen Bedingungen und Einhaltung strikter Hygiene-Maßgaben sowie der tagesaktuellen staatlichen Regelungen konnten jedoch die Arbeiten von
14 Choreograf*innen auf Video aufgezeichnet werden und stehen nun dem Publikum digital zur Verfügung. So macht HIER = JETZT 2020 auch in Zeiten von Corona das vielfältige Potential der Münchner Tanzszene sichtbar und setzt ein Zeichen der Solidarität mit den lokalen Künstler*innen. HIER = JETZT 2020 online lädt, wie auch die live-Plattformen der letzten Jahre, zu einem Austausch über Ästhetiken, Ansätze, Ziele und Vorstellungen von Tanz und Performance und setzt Impulse für ein kontinuierliches künstlerisches Schaffen.


TEAM A Carne mais barata do Mercado
Tanz: Cintia Rangel
Kostüm: Cintia Rangel und Fabio Costta


Team HIER = JETZT
Konzept, Leitung: Johanna Richter & Birgitta Trommler
Technische Leitung, Lichtdesign: Rainer Ludwig / Ton: Andi Kern / Produktionsleitung: Angelika Endres
Organisation: Búi Rouch / Video: Tim Bergmann / Presse: Martina Missel & Katharina Wolfrum
Assistenz: Jochanah Mahnke / Foto: Mehmet Vanli / Graphik: Martina Baldauf


HIER=JETZT wird unterstützt vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München, durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, durch die Kulturstiftung der Sparkasse München sowie den Bezirksausschuss 09 Neuhausen- Nymphenburg.
In Kooperation mit der Tanztendenz München e.V.
Mit Dank an Iwanson International, Bad Lemons, TanzQuelle und an das Tanzprojekt München.

Es wurde unter Einhaltung Einhaltung strikter Hygiene-Maßgaben sowie der tagesaktuellen staatlichen Regelungen, zu denen sich alle Teilnehmer*innen verpflichteten, geprobt. Der Mindestabstand wurde auch in der künstlerischen Arbeiten eingehalten. Nur Lebensgemeinschaften, Paare, oder Teilnehmer*innen aus gemeinsamen Haushalten während des Lockdown, arbeiteten in normaler Nähe. Mit 76 Putzeinheiten wurde nach jeder Probe und vor jedem Wechsel Böden gereinigt und Türklinken sowie ggf. technische Geräte desinfiziert. So wurde konsequent gewährleistet, dass die gesundheitliche Gefährdung der Künstler*innen untereinander ausgeschlossen ist.
 
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schwere reiter wird gefördert durch
das Kulturreferat der LH München